Meine Reise mit meiner Ernährung

Diesen Donnerstag gibt es mal kein Rezept für dich… Ich will dir ein bisschen was über meine Ernährung und meine Geschichte dazu erzählen. Da die Themen Ernährung und Figur / Gewicht für mich recht eng zusammenhängen, wird sich das hier ziemlich vermischen. Ich will mit dir meine Erfahrung teilen von meiner Jugend über die Studienzeit bis jetzt, wie ich gegessen, gekocht und mich damit gefühlt habe. Vor allem auch, was mich dazu bewogen hat, aktuell vegan zu essen und wie es mir damit geht.

Hotel Mama und meine Teenagerjahre

Ich will gar nicht zu sehr ins Detail gehen. Jedenfalls war ich früher sehr schleckrig und habe kaum was gegessen. Da Mama nicht extra für mich gekocht hat, gab es für mich meistens Nudeln oder Reis ohne alles. Dementsprechend hatte ich wenig Interesse an Essen und erst recht nicht am Kochen. Insgesamt kam trotzdem recht viel Gemüse auf den Tisch, das Mama mir schmackhaft machte, und abends vor dem Fernseher eher Obst als etwas Ungesundes. Süßigkeiten und Knabberzeug gab es ab und zu.

Meine Figur

Da ich mir, bis ich bis ich ca. 14/15 war, nie Gedanken über meine Figur gemacht habe, waren auch die Schleckereien nicht tragisch. Dies fing jedoch an, sich mit der Pubertät zu verändern. Ich begann, die Pille zu nehmen, vielleicht auch mehr Süßkram zu konsumieren, und nahm langsam zu. Signifikant das erste Mal als ich 2006 ein halbes Jahr im Ausland war und entweder bei meinen Gastfamilien oder in Restaurants aß. Ich kann mich noch erinnern, dass ich mich, als ich zurück kam – ausgerechnet im Sommer – sehr unwohl fühlte, so bissle moppelig halt.

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Sommer 2006

Gefühlt kämpfe ich seit damals mit meiner Figur / meinem Gewicht, mal mehr, mal weniger intensiv.

Meine Ernährung nach dem Auszug

Im Oktober 2006 ging es dann für mich nach Hamburg in meine erste WG. Dort entdeckte ich, dass ich, wenn ich muss, ganz gut für mich selbst sorgen und auch kochen kann. Das war das erste Mal, dass sich meine Essgewohnheiten veränderten. Ich kochte mit Sachen, von denen meine Mam geträumt hätte, dass ich sie jemals esse, vorrangig Zwiebeln 😉 Jedenfalls kam ab da dann so ziemlich alles auf den Tisch und ich fing an herumzuexperimentieren. Ich habe nie sonderlich viel Fleisch gegessen, gelegentlich fand ich es dann schon ganz lecker. Ebenso wie Fisch.

Das Selber-Kochen, das Uni-Leben, die Feierei auf dem Kiez und vielleicht auch mir unbekannte Faktoren führten dazu, dass ich immer etwas mehr wog wie mir eigentlich lieb war. So kam es, dass meine Eltern bei einem Besuch im Abschlussjahr meines Studiums dann mal zu mir meinten, ich würde schon ganz gut „im Futter“ stehen. Daraus folgte, dass wir shoppen gegangen sind und ich somit wieder ein paar Wohlfühlen-Klamotten hatte. Klingt jetzt erst mal komisch, half mir aber in dem Moment mich besser und nicht mehr so eingeengt zu fühlen. Außerdem haben sie mich im Sommer zuhause ganz toll unterstützt und peu a peu ging das Gewicht wieder bergab. Das war für mich ein absolutes Wohlfühljahr.

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Ich hatte recht viel Zeit und habe viel Sport gemacht. Außerdem konnte ich zu den Zeiten essen, die ich mir ausgesucht habe und nicht solche, die mir „vorgegeben“ wurden.

Als ich dann im Oktober 2010 nach Stuttgart kam und meinen ersten festen Job anfing wurde die Bewegung wieder weniger, ich achtete weniger auf das, was ich aß und mein Gewicht ging langsam aber stetig wieder in die Höhe. Drauf folgten einige Ups and Downs und meine erste richtige Fastenzeit im Winter 2011. (Dazu schreibe ich gerne ein anderes Mal ausführlicher, wenn es dich interessiert.)

Ich und vegetarisch?

Im Büro hatten wir eine Küche und konnten uns dort unser Mittagessen selbst zubereiten, was ein ziemlicher Luxus war. Beim Essen kam das Gespräch immer mal wieder auf vegetarische und vegane Ernährung und ich erinnere mich, wie ich kopfschüttelnd da saß und für mich absolut ausschloß, das zu probieren.

Nun ja, ich wäre nicht ich, wenn ich es nicht doch mal probiert hätte. Beides war mir also nicht neu und im Frühjahr 2013 beschloss ich, mal einen Monat vegetarisch zu essen. Dabei fiel mir erstmals auf, wie oft doch Fleisch oder Fisch bei der Zubereitung verwendet wird. Das war für mich jedenfalls eine interessante Zeit und ich beschloss, damit weiter zu machen, mit dem Hintergedanken mir nichts zu verbieten.

Dies führte dazu, dass ich – vor allem dann, wenn ich mit meinen Eltern zusammen war – doch auch mal Fleisch bzw. eher Fisch gegessen habe.

Yogalehrerausbildung 2014

Im November 2014 machte ich eine vierwöchige Yogalehrerausbildung, bei der essenstechnisch alles, was dort zubereitet wurde, vegan war. Zum Frühstück gab es auch Milch und bei z.B. Spaghetti mit Tomatensoße stand der Käse daneben.

Das machte es natürlich sehr einfach und ich entschied mich, komplett vegan zu essen. Ich würde sagen, damals ich auf den Geschmack gekommen. Das Essen war mal mehr, mal weniger lecker, jedoch hat es mir insgesamt ziemlich gut getan. Ich habe mich nicht gewogen (apropos, das ist ein Thema für mich dieses Jahr, wozu noch ein anderer Post kommen wird), in der Zeit jedoch gesund gegessen, mich bewegt und auch ziemlich abgenommen. Das war auch allgemein wieder ein sehr schöne und intensive Zeit und ich habe mich total wohl gefühlt.

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Ich liebe dieses Kleid!!

Es war danach so, dass ich überwiegend vegetarisch und teilweise auch bewusst vegan zuhause aß, aber schon auch (mehr als) einige Aufnahmen machte. Dies passierte alles Schritt für Schritt, ich glaube ich habe seit drei Jahren keine Milch und keinen Joghurt mehr gekauft, verschiedene Käsesorten immer mal wieder gern und mich dann auch entsprechen darüber gefreut.

Im Übrigen stelle ich für mich Fleisch und Fisch auf eine Stufe. Grundsätzlich finde ich es vom Gedankengang her inkonsequent weder Fleisch noch Fisch zu konsumieren, aber andere Tierprodukte zu essen, denn dafür müssen die Tiere in der heutigen Zeit genauso leiden.  Soweit meine Theorie. Die ich selbst nicht immer umsetze und das überhaupt nicht schreibe um irgendeine Verhaltensweise oder Einstellung zu kritisieren. Sondern um mich selbst und vielleicht auch dich zum Nachdenken anzuregen.

Vegetarisch / Vegan / Alltag / wie geht es weiter

Zurück zur Umsetzung: Komplett vegan zu leben war zu jedem früheren Zeitpunkt für mich trotzdem keine Option. Ende 2015 hatte ich eine Phase, in der ich wieder ab und an Fleisch aß und es mir gefühlt zu viel wurde. So beschloss ich, die erste Jahreshälfte von 2016 keines zu essen und bin weiterhin dabei geblieben.

Die vegane Ernährung fand ich seit dem Yoga-Retreat spannend und habe entsprechend auch viel recherchiert und gelesen. Zu einem Geburtstag hatte ich ein Kochbuch geschenkt bekommen, welches mich unter anderem  dazu inspiriert hat, den Dining Table anzufangen. Ich bin eigentlich niemand, der tatsächlich nach Rezept kocht. Gerade die größeren Sachen, wie eine Quiche, die für mehrere Personen geeignet ist, haben mich dazu gebracht auch für andere zu kochen zu wollen und tatsächlich auch Rezepte auszuprobieren.

Aktuelle Lage

Nun ja, seit eineinhalb Jahren lebe ich also vegetarisch, zuhause überwiegend vegan.

Für mich kamen in den letzen Monaten mehrere Faktoren zusammen, die mich motiviert haben, eine weitere vegane Phase – von der ich noch nicht weiß, wie lange sie dauern wird – einzulegen.

  • Ich habe letzten Sommer die Pille abgesetzt. Diese habe ich hauptsächlich wegen meiner Haut genommen. Die Hormone scheinen geholfen zu haben, diese gut aussehen zu lassen. Da ich jedoch auch sonst kaum bis keine Medikamente nehme, fand ich es an der Zeit mich auch davon loszumachen. Nun mal schauen, was die Ernährung bewirkt.
  • Wie schon erwähnt finde ich es grundsätzlich (und ich will damit niemanden, der dies anders sieht, angreifen) komisch vegetarisch und nicht vegan zu leben. Das, was ich an Tierprodukten zu mir nehme, ist sowohl mit Leid verbunden als auch unnatürlich.
  • Essen sollte Energie bringen und mich nicht müde und kaputt machen. Wer kennt das nicht: ein geiles Essen und danach am liebsten ein Schläfchen halten wollen? Das sollte nicht die Absicht und Definition von gutem Essen sein. Somit folgt also nun mein Selbstversuch dies zu ändern.
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Da bereite ich gerade das zu, was ich zum – für mich veganen – Nachbarschafts-Grillen mitbringen werde

Mich vegan zu ernähren heißt für mich nun also, nur pflanzliche Nahrung zu mir zu nehmen. Ich esse low-carb, kaum Weizen, Zucker und verarbeitet Sachen. Hätte mir das jemand vor ein paar Jahren gesagt, hätte ich denjenigen mit Sicherheit ausgelacht. Und jetzt habe ich den größten Spaß daran 😉

Und ja, ich habe glücklicherweise keine Nahrungsmittelunverträglichkeiten und entscheide mich trotzdem dafür einiges nicht zu essen. Ich sage bewusst nicht verzichten, denn so fühlt es sich für mich  – zumindest aktuell – nicht an.

Meine größte Inspiration zum Thema Ernährung und insbesondere Wohlbefinden ist aktuell Conni Biesalksi. Durch ihre Message und Videos fiel es mir leicht, den Weg zur veganen Ernährung zu finden. Wie oft hatte ich schon gehört ‚your body is your temple‘ und habe trotzdem nicht danach gelebt.

Mein Fazit

Die Unreinheiten kommen und gehen weiterhin, hier hat sich nichts wesentlich verändert. Mein Gewicht ist auch nicht wirklich weniger geworden, zumindest fühlt es sich nicht so an. ABER: ich fühle mich super! Das Zubereiten des Essens und auch das Essen selbst machen mir unglaublich Spaß und ich fühle mich total wohl. Klar würde ich mich freuen, wenn sich Haut und Gewicht mitverändern würden. Ich werde einfach weiter machen, mich um mich kümmern, wohlfühlen, und dann kommt der Rest auch noch, da bin ich mir sicher!

Danke, dass du so fleißig gelesen hast und ich würde mich freuen, wenn du mich auch weiterhin bei meiner Reise begleiten möchtest! ❤️


Ich habe lange überlegt ob ich diesen Post schreiben bzw. veröffentlichen soll. Zum einen ist er sehr persönlich geworden, zum anderen sind es ja bisher erst drei Wochen, dass ich komplett vegan esse. Ich möchte mich selbst nicht unter Druck setzen, mich weiter so zu ernähren, wenn es sich für mich nicht richtig anfühlt. Allerdings macht ja jeder mal einen Anfang und ich möchte dich gerne dazu inspirieren, es auch einfach mal auszuprobieren. Wir treffen schließlich keine Entscheidungen fürs Leben. Sich auf etwas Neues einzulassen – egal für wie lange – ist meines Erachtens nach immer eine Bereicherung und man lernt auf jeden Fall etwas dazu.

Meine Ernährung

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